Das Römerbad

 

 


WP Römerbad auf einer größeren Karte anzeigen

Südwestlich von Breitenbuch stehen diese alten Gemäuer inmitten einer idyllischen Ruhe.

Baumaterial: Grauer und roter Sandstein, Heizkanäle aus Ziegeln.

 

Das Kastell zeigt die Form eines unregelmäßigen Viereckes (Ostseite 72,03m, Westseite 74,10m, Nordseite 81,03m, Südseite 80,63m). Drei Tore, heute noch durch Unterbrechung der gut kenntlichen Umwallung und des Grabens zu sehen.

Das Badegebäude:

Gesamtlänge ohne Heizraum 16m, größte Breite 12,7m Innenräume 71m². Der Auskleideraum lag dem Kastell am nächsten. Südwestlich schloß sich, durch keine Wand getrennt in Form einer Nische das Kaltwasserbecken an. Von einer Trennenden Bank aus, gelangte man in das 1m tiefe Becken. Die Böden beider Räume zeigen noch heute einen aus Kalkspeis und Ziegelmehl gebildeten betonartigen Estrich.

 

Im Nordwesten schloß sich, durch eine Tür verbunden, ein Rundbau an. Er besaß eine Heizung, die an der Nordwestseite bedient wurde. Der Rundbau, oder das Sudatorium, dürfte im Winter als geheizter Auskleideraum benutzt worden sein.

 

An das Apodyterium (Auskleideraum) schließen sich das Tepidarium (Warmbad) und das Caldarium (Heißluftraum oder Sauna) an. Das Warmbad war von dem Heißluftraum durch eine Mauer mit enger Tür getrennt. Am Ende dieses Raumes lag, durch den Rücksprung der Längsmauer begünstigt, ein drittes Badebecken, das mit heißem Wasser gefüllt wurde. Die Erwärmung des Badewassers muß in Kesseln erfolgt sein, die über der Heizung Aufstellung fanden. Die Röhren in den Wänden dienten ebenfalls der Erwärmung und dem Abzug der Heizgase.

 

Dank der heute noch sichtbaren vier Postamente zwischen Warmbad und Heißluftraum konnte die Wärme auf den Heißluftraum beschränkt und auf beide Räume verteilt werden. Der Wasserbedarf des Bades dürfte wohl einer Zisternenanlage oder einem Brunnen entnommen worden sein

 

Die aufgefundenen Sigillatareste und Ziegelstempel beweisen, dass in den 90er Jahren des ersten Jahrhunderts die Verlegung der Truppenstandorte aus der Rheinebene in den Odenwald erfolgte.

 

Die Errihtung von festen Mauern und Badegebäuden dürfte zwischen 142 und 145 n.Chr. stattgefunden haben.

 

Auszug aus dem Buch "Breitenbuch" von Georg Benz

Bilder